„Breaking Bad" ist eine großartige Dramaserie. Sehr intensiv, gewagt düster, mit einem fantastischen und zu Recht Emmy-prämierten Hauptdarsteller Bryan Cranston. Und trotzdem..
„Breaking Bad" ist eine großartige Dramaserie. Sehr intensiv, gewagt düster, mit einem fantastischen und zu Recht Emmy-prämierten Hauptdarsteller Bryan Cranston. Und trotzdem habe ich mir ganz schön Zeit gelassen, um mir die erste Episode endlich mal anzuschauen. Als ich's dann doch getan habe, war ich geradezu überwältigt von Cranstons Spiel - zumal ich ihn vorher nur als den tollpatschigen Vater aus „Malcolm Mittendrin" kannte.
Und dann das: ein Chemielehrer mit Krebs, der zum Drogenkoch wird? So eine Story muss man sich erstmal ausdenken - und es dann noch schaffen, die Hauptfigur aller Widrigkeiten zum Trotz so sympathisch zu halten wie Cranstons Walter White. Aber wenn sogar ein Serienkiller wie Dexter eine Fangemeinde um sich scharen kann, dann soll das wohl einem harmlosen Highschool-Angestellten gelingen, der ja nicht nur aus Not handelt, sondern eigentlich den Drogenkonsumenten was Gutes tut. Immerhin ist das von ihm gekochte Crystal Meth sehr viel reiner als der Stoff, den sie vielleicht sonst kaufen würden. Das muss man ihm ja eigentlich zugute halten. Danke also, Walter White!
Mal im Ernst: So herausragend das Konzept von „Breaking Bad" und dessen Umsetzung auch sind, man muss schon ein Faible fürs Düstere und Abgedrehte haben, um sich diese Serie anzuschauen. Mir fallen da auf Anhieb ungeschützter Sex mit einer Cracknutte, Drogenproduktion und -konsum, rivalisierende Gangster und eine reichlich unappetitliche Leichenentsorgung ein. Die Moralisten unter uns wollen Walter die ganze Zeit durch die Mattscheibe zurufen: Hey, du bringst dich in Teufelsküche, hör auf damit!
Das könnt ihr jetzt einen ganzen Tag lang machen, denn AXN zeigt die erste Staffel „Breaking Bad" im Marathon. Meth zum Frühstück, Chemotherapie zum Mittagessen. Ganz schön harter Tobak für die Psyche. Die Serie als eine Dauer-Drogenparty quasi. Aber: Wenn man am Ende eines langen äußerst fiktiven Tages dann in die wahre Welt zurückkehrt, dürfte wohl auch das letzte Verlangen nach einem Joint wie einst zu Schulzeiten getilgt sein. Und pädagogisch wertvoll ist „Breaking Bad" auch noch: Setzt ein Kind vor den Fernsehen und danach hat es ein für alle Mal kapiert, dass Drogen schlecht sind... oder aber, es strengt sich plötzlich in Chemie an.
Comments
Puh...leichter Stoff ist das Ganze nicht. Aber ich bin trotzdem süchtig nach jeder neuen Folge. Solche Gänsehaut hatte ich selten bei einer Serie!
Die Serie ist wahrlich HERAUSRAGEND...ein rauhes, doch geniales Meisterwerk!
Crystal Meth kannte ich bisher nur aus der Biographie von Andre Agassi...Aber diese Story ist dank Bryan Cranston deutlich packender als Agassis Veröffentlichung!!!