The Beast: Abschied vom ewigen Tänzer

Veröffentlicht von Christian Junklewitz. | Mai 17, 2010

Triumph und Tragik, sie liegen manchmal so dicht beieinander. So viel lässt sich mit Sicherheit über Patrick Swayze und seine letzte Rolle, den Undercover-Agenten Charles Barker in der Krimiserie „The Beast“, sagen.

„Nobody puts Baby in a corner“: Kaum ein Schauspieler wird so sehr mit einem Satz in Verbindung gebracht wie Patrick Swayze. Der Film, in dem dieser Satz fiel, war für ihn Segen und Fluch gleichermaßen. Durch „Dirty Dancing“, den Sensationserfolg aus dem Jahr 1987, wurde Patrick Swayze zum Weltstar. Gleichzeitig hatte er durch seinen Part als Tanzlehrer ein Image, gegen das er kaum anspielen konnte - so sehr er sich auch bemühte.

 

Dabei war es das Tanzen, dem er überhaupt seinen Durchbruch im Showgeschäft verdankte: Der Sohn einer Choreographin besuchte selbst mehrere Ballettschulen, bevor er in den 70ern eine Karriere als professioneller Tänzer begann. Der Film „Skatetown U.S.A.“ (1979) brachte ihn schließlich zur Schauspielerei. Einem größeren Publikum wurde er durch Francis Ford Coppolas Gang-Film „The Outsiders“ (1983) bekannt.

Dass er zum Star aufstieg, verdankte er jedoch vor allem seinem weiblichen Publikum, welches ihn erst in der Miniserie „Fackeln im Sturm“ und ein paar Jahre später in „Dirty Dancing“ anschmachtete. Dabei hat er sich selbst seit den 80er Jahren immer wieder Rollen gesucht, die gegen sein Image als Schönling gerichtet waren. In Actionfilmen wie „Die rote Flut“ (1984), „Steel Dawn“ (1987) oder „Dirty Tiger“ (1988) versuchte er sich als „harter Kerl“. Doch gegen Schwarzenegger, Stallone oder Willis kam er, dem der Titel „sexiest man alive“ (1991) fast wie ein Makel anhaftete, einfach nicht an.

Im Grunde hatte er immer mit dem Problem zu kämpfen, dass er für die Genres, in denen er am liebsten gespielt hätte- zumindest nach dem Publikumsgeschmack jener Ära - einfach zu schön und zu wenig maskulin erschien. Also blieb ihm nichts anderes übrig als in „Ghost“ (1990) wieder Frauenherzen höher schlagen zu lassen - und sich mit „To Wong Foo“ (1995) auch einmal von der komischen Seite zu zeigen.

„The Beast“ sollte das alles ändern: In der Serie spielte Swayze einen knallharten und gleichzeitig höchst undurchsichtigen FBI-Agenten, gegen den selbst Ermittlungen laufen wegen des Verdachts der Korruption. Deshalb wird ihm auch ein junger Partner an die Seite gestellt, der insgeheim gegen ihn ermitteln soll. Für Swayze eine Traumrolle, die für ihn 2008 jedoch genau zum selben Zeitpunkt kam wie der Bauchspeicheldrüsenkrebs..

Triumph und Tragik: Von der Krebstheraphie bereits schwer gezeichnet war Swayze nicht länger der Schönling. Geradezu befreit ging er in einer Rolle auf, wie er sie schon immer gerne gespielt hätte. Die US-Kritiker feierten Swayzes Figur, Charles Barker, als die gelungenste Darbietung seiner gesamten Karriere. Ein Erfolg, der ihm ohne den Krebs möglicherweise verwehrt geblieben wäre - und der ihm Kraft im Kampf gegen die Krankheit gab.

Keinen Drehtag wollte Swayze ausfallen lassen. Nach dem Ende der ersten Staffel zögerte der US-Sender A&E mit der Bestellung einer Fortsetzung. Zu lange, denn am 14. September 2009 starb Patrick Swayze. Immerhin hat er am Ende mit seiner Rolle in „The Beast“ eines erreichen können: Er wird den Zuschauern nicht nur als der ewige Tänzer in Erinnerung bleiben.

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